{"id":50479,"date":"2026-05-20T13:08:27","date_gmt":"2026-05-20T11:08:27","guid":{"rendered":"https:\/\/freieszenemuc.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=50479"},"modified":"2026-05-20T13:17:05","modified_gmt":"2026-05-20T11:17:05","slug":"judith-egger-grosser-ungeordneter-aufmarsch-der-holobionten","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/freieszenemuc.de\/en\/event\/judith-egger-grosser-ungeordneter-aufmarsch-der-holobionten\/","title":{"rendered":"Judith Egger: Gro\u00dfer ungeordneter Aufmarsch der Holobionten"},"content":{"rendered":"<p>Gro\u00dfer ungeordneter Aufmarsch der Holobionten*<br \/>\nSammlungspunkt am Samstag, 25. Juli 2026, um 11 Uhr am Vater-Rhein-Brunnen auf der Insel gegen\u00fcber vom Deutschen Museum, M\u00fcnchen.<br \/>\nEin Projekt von Judith Egger im Rahmen der PUBLIC ARTS Annuale Exkursionen \/ Innenstadt M\u00fcnchen <\/p>\n<p>Die \u201eUnited Holobiontic Protection Alliance\u201c demonstriert am 25. Juli 2026 mit einem kollektiven Aufmarsch f\u00fcr die Gleichberechtigung aller menschlichen und nicht-menschlichen Lebewesen und feiert die st\u00e4dtischen Gr\u00fcnfl\u00e4chen. BEGINN ist um 11 Uhr am Vater-Rhein-Brunnen in M\u00fcnchen. Der Marsch wir ca 3 Stunden dauern, beinhaltet eine Auftaktkundgebung und zwei Zwischenstopps mit Tanzeinlagen, Manifesten und Segnung der Gr\u00fcnfl\u00e4chen. Das Ganze endet mit einem holobiontischen Picknick am Maximiliansplatz.<\/p>\n<p>Falls Du Mitglied in der &#8220;United Holobiontic Protection Alliance&#8221; werden, am Aufmarsch teilnehmen oder einfach mehr Informationen \u00fcber das Projekt bekommen m\u00f6chtest, schreib an info@judithegger.com. <\/p>\n<p>Die Marschroute:<br \/>\nStart am Vater-Rhein-Brunnen um 11 Uhr, dann \u00fcber den Wehrsteig und Praterinsel auf die Maximiliansstra\u00dfe. Segnung der Gr\u00fcnfl\u00e4chen mit Isarwasser. Vorbei am Hotel Vier Jahreszeiten und rechts abbiegen in die Marstallstra\u00dfe. Auf der Wittelsbacher Wiese hinter dem Marstall kurzer Zwischenstopp mit lautloser Tanzeinlage (die Holobionten haben versprochen leise zu sein, da im Marstall geprobt wird!). Weiter zum zweiten Zwischenstopp an der Skulptur &#8220;Harmlos&#8221; beim Hofgarten. Hier Tanz und Gesang, Segnung, Getr\u00e4nke.<br \/>\n\u00dcber die Galeriestra\u00dfe und Briennerstra\u00dfe dann zum Ziel auf dem Maximiliansplatz. Hier gibt es die Abschlu\u00dfkundgebung und das holobiontische Picknick.<\/p>\n<p>*\u201cHolobiont&#8221; ist ein Konzept aus der Biologie, das sich auf eine Gemeinschaft von Organismen bezieht, die in einer Symbiose miteinander leben und als eine einzige funktionelle Einheit betrachtet werden, als eine Art \u00d6kosystem oder Metaorganismus. Die Eigenschaften eines Holobionten sind instabil; es gibt jedoch einen fortw\u00e4hrenden transformativen Dialog zwischen allen darin verbundenen Organismen. Der Mensch selbst ist ein klassisches Beispiel eines Holobionten. Er lebt in enger Verbindung mit seinem Mikrobiom. Auch Tiere, Pflanzen, ja sogar die Erde ist ein einziger gro\u00dfer Holobiont, in dem der Mensch nur eine bescheidene Rolle spielt.<\/p>\n<p><em>\u201eIch pl\u00e4diere f\u00fcr eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung gepr\u00e4gt ist, sondern vom Wissen \u00fcber die gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit und tiefe Verbundenheit. F\u00fcr den Marsch der Holobionten tr\u00e4ume ich von einer gro\u00dfen Menge von Holobionten und deren Freund:innen, die durch den Stadtraum laufen. Mit ihrem Marsch verbinden sie einzelne wichtige Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Innenstadt und machen so auf die wichtige Rolle von Pflanzen, Natur und \u00f6kologischer Diversit\u00e4t im Stadtraum aufmerksam.\u201c Judith Egger<\/em><\/p>\n<p>Hintergrund<br \/>\nIm April 2025 gr\u00fcndete sich die globale Graswurzelbewegung \u201eUnited Holobiontic Protection Alliance\u201c (UHPA). Dabei schl\u00fcpfte Judith Egger in das Kost\u00fcm einer K\u00fcchenschabe, die anderen 3 Holobionten* der Gruppe bestanden dabei haupts\u00e4chlich aus organischem Material. Jeder dieser Holobionten steht f\u00fcr einen Metaorganismus, der viele kleinere Organismen beherbergt. Er ist ein wichtiger Teil des \u201eNetz des Lebens\u201c das uns alle tr\u00e4gt. Die meisten Holobionten sprechen f\u00fcr Menschen unh\u00f6rbare Sprachen, daher hat die K\u00fcchenschabe sich zu Verf\u00fcgung gestellt, f\u00fcr sie zu sprechen und sich f\u00fcr Ihre Interessen und Rechte einzusetzen. Beim ersten Manifest der United Holobiontic Protection Alliance, das sie in einer universellen Lautsprache an das Publikum herantrug, handelte es sich um einen dringenden Aufruf, die Interessen und Rechte der Holobionten zu respektieren und das fragile Gleichgewicht des Lebens auf der Erde zu sch\u00fctzen. Die UHPA pl\u00e4diert f\u00fcr eine neue Beziehung mit allem Lebendigen, welche nicht von Dominanz, Trennung und Unterwerfung gepr\u00e4gt ist, sondern vom Wissen \u00fcber die gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit und tiefe Verbundenheit.<\/p>\n<p>Um die Dringlichkeit dieses Anliegens zu unterstreichen, wird eine gr\u00f6\u00dfere Ansammlung von Holobionten und deren Sympathisant:innen im Sommer 2026 mehrere wichtige Gr\u00fcnfl\u00e4chen in der M\u00fcnchner Innenstadt ansteuern und durch Interventionen beleben. Die Parade besteht aus ca. 25 Ganzk\u00f6rperkost\u00fcmen (Naturmaterialien wie Heu, Gras, Stroh), 15 Teilkost\u00fcmen sowie 5 rollbaren Skulpturen plus 1 Festwagen. Jeder dieser Holobionten steht f\u00fcr einen Metaorganismus, der viele kleinere Organismen beherbergt. Der Marsch verbindet wichtige Gr\u00fcnfl\u00e4chen der Innenstadt und macht auf die zentrale Rolle von Pflanzen, Natur und \u00f6kologischer Diversit\u00e4t im Stadtraum aufmerksam.<br \/>\nDer Aufmarsch der Holobionten adressiert somit den gro\u00dfen Wert dieser Freir\u00e4ume, indem er sie abschreitet, w\u00fcrdigt und durch k\u00fcnstlerische Handlungen und neue Rituale (Tanz, Musik, Gesang, Versprengen von Wasser, holobiontische Anrufungen) aktiviert. Damit dr\u00fccken die Holobionten eine liebevolle F\u00fcrsorge aus und setzen die Intention, die gr\u00fcnen Fl\u00e4chen zu sch\u00fctzen und zu bewahren.<\/p>\n<p>Der Marsch soll keine politische Handlungsanweisung sein, keine Infoveranstaltung, um eine gr\u00fcne Stadt zu bewerben oder den moralischen Zeigefinger zu erheben. Er soll auf eine mystische, non-verbale, anarchische, ernste und zugleich humorvolle Weise aufr\u00fctteln und neugierig machen. Nat\u00fcrlich kann man sich fragen, ob das Projekt in Angesicht der aktuellen Massenproteste, Unruhen und Demonstrationen und der tief gehenden gesellschaftlichen Spaltung in vielen L\u00e4ndern unangebracht ist &#8211; aber das Anliegen der Holobionten hat in der derzeitigen politischen Diskussion und Spannungslage wenig F\u00fcrsprecher:innen. Themen rund um Klimawandel, Biodiversit\u00e4t, Artensterben scheinen &#8211; zumindest in Deutschland &#8211; auf der Agenda weit nach hinten gerutscht zu sein. Das darf aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, da\u00df es genau diese Themen sind, die Priorit\u00e4t vor allen anderen haben &#8211; in unserem eigenen Interesse.<\/p>\n<p>Parade im Rahmen von PUBLIC ART M\u00dcNCHEN. Gef\u00f6rdert vom Kulturreferat der LH M\u00fcnchen.<br \/>\nMehr zu Judith Egger:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.judithegger.de\" target=\"_blank\">www.judithegger.de<\/a><\/p>\n<p><em>Wir Menschen sind keine isolierten Punkte, sondern Knoten in einem weltumspannenden Netz. Diese Einsicht gilt es zu verstehen, zu verk\u00f6rpern und in die Politik zu tragen. \u00abPolitik muss die Form von Kunst annehmen, von einem Experiment. Sie muss u\u0308ber den Protest gegen die Macht hinausgehen und muss Dinge erschaffen.\u00bb (&#8230;) Wir brauchen Dinge, die uns beru\u0308hren, wie Kunst, Musik, Festivals, soziale Aktionen, aber auch \u00abKarneval\u00bb, wie Akomolafe mit einem L\u00e4cheln sagt. Nicht zuf\u00e4llig w\u00e4hlt er den Karneval, der alle Hierarchien aufl\u00f6st, die Welt auf den Kopf stellt und ein kreatives Spiel der Identit\u00e4ten zul\u00e4sst.<br \/>\nZitat aus dem Text zum Interview mit der Philosophen Bayo Akomolafe: \u201eWenn die Zeit dr\u00e4ngt, hilft es, zu entschleunigen\u201c Aus Sternstunde Philosophie vom 10.03.2024<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfer ungeordneter Aufmarsch der Holobionten* Sammlungspunkt am Samstag, 25. Juli 2026, um 11 Uhr am Vater-Rhein-Brunnen auf der Insel gegen\u00fcber vom Deutschen Museum, M\u00fcnchen. 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