
Klangdrama für Stimme und Live-Elektronik
nach Texten von Montalbán, Topor, Rabelais, Li Po und Baudelaire
mit Brigitte Cirla und Sébastien Béranger
„Recettes Immorales“ („Unmoralische Rezepte“) ist eine Klangperformance, bei der Stimme und Elektronik live aufeinander reagieren und literarische Texte mit Beschreibungen von Gaumenfreuden langsam köcheln, um im Ergebnis ein vokales Bankett zu komponieren, das zugleich sinnlich und humorvoll ist. Wie ein unerwartetes Festmahl setzt die Aufführung auf Teilhabe, Überraschung und Lachen – ein genießbares Theatererlebnis, bei dem man das „Fleisch der Worte“ mit voller Stimme genießen kann.
Sich an den Tisch zu setzen bedeutet, sich einem Theater voller Anspielungen zu öffnen. Literatur und Poesie haben schon immer Gelage, Völlerei, Wein und die sich um ein Festmahl rankende Verführung gefeiert. Die französische Sprache sprüht vor Verben und Bildern – verschlingen, knabbern, nippen, hinunterschlingen –, die das Mahl in ein Ritual, die Völlerei in ein Sakrament verwandeln. Auf diesem feinen Grat, zwischen Nahrung, die nährt, und Mund, der begehrt, komponieren Brigitte Cirla und Sébastien Béranger ihre Partitur – eine szenische Küche, in der alles gewürzt, probiert und geteilt wird.
Über den unmittelbaren Genuss der Worte und Klangfarben hinaus lädt „Unmoralische Rezepte“ dazu ein, in die unerhörten Klänge zeitgenössischer und elektroakustischer Musik einzutauchen: schwarzer Humor, Weingenuss und poetische Grenzüberschreitung verflechten sich. Als großes künstlerisches Mahl konzipiert, entfaltet die Aufführung eine Landschaft voller Aromen und Referenzen – üppig, begierig und ein wenig provokant.
Magdalena München freut sich, den Münchner Künstler*innen und dem Publikum eine der Gründerinnen des Magdalena-Projekts vorzustellen: Brigitte Cirla stammt aus Marseille, Frankreich, und ist Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin und Chorleiterin.
Brigitte Cirla ist Sängerin, Schauspielerin, Regisseurin und Chorleiterin. Nach einer klassischen Pianistenausbildung gründete sie 1991 die Musiktheatercompagnie Voix Polyphoniques, mit der sie zahlreiche Stücke international aufführte – von Europa über Asien bis Lateinamerika. Sie interpretiert klassische und moderne Rollen, komponiert eigene Werke und entwickelt Musiktheater für den öffentlichen Raum. Seit über 30 Jahren erforscht sie polyphone A-Capella-Traditionen verschiedener Kulturen und zeitgenössische vokale Kompositionen. Leidenschaftlich für Pädagogik und Frauenförderung engagiert, leitet sie Workshops und ist Mitbegründerin des Magdalena Project (gegründet 1986), einem internationalen Netzwerk, das die Sichtbarkeit von das die Arbeit von Frauen in der Darstellenden Kunst sichtbar macht und fördert.
https://www.voixpolyphoniques.org/
Sébastien Béranger ist Komponist, Performer und M usikwissenschaftler. Zwischen Instrumentalpartituren und Live-Elektronik entwickelt er seine Werke mithilfe neuer Technologien, wobei Klangkonzeption und Raumgestaltung eine zentrale Rolle spielen. Er studierte am Pariser Konservatorium, erwarb einen DEA in Ästhetik und Kunstwissenschaften sowie einen Doktortitel in Musikwissenschaft. Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, darunter als erster Preisträger der Internationalen Stiftung Lili und Nadia Boulanger. Seit 2015 arbeitet er an improvisierten, multidisziplinären Projekten, komponierte u. a. für „Vivant“ (Théâtre du Corps), entwickelte das Duo „Phalacrocorax“ und realisiert innovative Soloformate, darunter das Kopfhörer-Konzert „ASMR“, präsentiert von der Compagnie Difffusion.
https://sebastien-beranger.com/