ECLISSI 143“ ist eine berührende künstlerische Begegnung der Tänzerin und Choreografin Erica D‘Amico mit ihrem blinden Vater.
Inspiriert von der funktionalen Sprache der Leuchttürme erforscht die Tanzperformance eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Orientierung, Wahrnehmung und Kommunikation jenseits des Sehens. Dabei überwindet das Stück bewusst traditionelle Vorstellungen von Tanz, indem es Bewegung als verbindende, zwischenmenschliche Kraft neu denkt.
In einem intimen Dialog aus Berührung, Atem und aufmerksamem Zuhören entsteht ein neues eigenständiges Bewegungsvokabular, das im Wechsel von Licht und Dunkelheit entsteht und dem Publikum ein immersives, sinnlich erfahrbares Erlebnis erschafft, das die Grenzen zwischen Bühne und Wahrnehmung auflöst.
Die Beziehung zwischen Vater und Tochter wird dabei zur universellen Metapher für Verbindung und Vertrauen, Nähe und Verbundenheit. „Eclissi“ – italienisch für Finsternis, Untergang oder Verfall – bezeichnet zugleich ein astronomisches Phänomen: das zeitweilige Verdecken eines Himmelskörpers durch den Schatten eines anderen, wie bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis. Dieses Bild des Verschwindens und Wiedererscheinens spiegelt sich in der choreografischen Struktur ebenso wie in der thematischen Auseinandersetzung mit Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.
Die Zahl 143, ein Zahlencode für „I love you“, verleiht dem Stück seinen Titel und verweist auf eine Form der Liebe, die sich nicht über Worte definiert, sondern durch körperliche Präsenz, Gesten und gegenseitige Aufmerksamkeit Ausdruck findet.
„ECLISSI 143“ ist ein poetisches, inklusives Werk, das dazu einlädt, über das Sichtbare hinaus zu fühlen und neue Formen von Wahrnehmung und Verbindung zu entdecken.