
Ein Schwarzer Künstler erkennt, dass er zum Soldaten geworden ist. Als Kunstarbeiter kämpft er auf der Bühne um Repräsentation und Ressourcen – und lernt, dass auch in der Kunst gilt: Die Befreiung der Okkupierten ist zugleich der Schrecken der Besatzer. Doch ist Kulturkampf Krieg? In seinem Solo widmet sich Julian Warner dem Psychiater, Marxisten und antikolonialen Denker Frantz Fanon (1925–1961), dessen Analysen von Gewalt und Entmenschlichung bis heute kontrovers diskutiert werden.
Der Soldat verbindet Fanons Ideen mit der Welt des Theaters: Mit Sprache, Akkordeonklängen und angetrieben von den Schlagzeugrhythmen Markus Achers seziert Warner den Rassismus der Gegenwart – ein erschütternder, hochaktueller Abend über Gewalt und Widerstand.
Der Soldat. Ein Übergangsritual
„Warner [schafft] das Kunststück, die Aktualität in den Schriften wiederzufinden. Mit dem Akkordeon spielt und tanzt er sich in eine Welt hinein, in der Gewalt und Hass immer wieder aufblitzen. Begleitet von Schlagzeuger Markus Acher rückt Fanons verzweifelter Kampf für kulturelle Identität und Dekolonialisierung ganz nah.“
Elisabeth Mayer, Theater der Zeit, 21.07.2025
Kuppelzelt
Frei-Otto-Straße
80797 München