
Georg Kreisler (1922 – 2011) war ein genialer Lieder-Komponist und Texter, exilierter jüdischer Österreicher, amerikanischer Staatsbürger, Wien-Verachter und vierfach Verheirateter. Seine ruhelose Biografie und seine originellen Lieder erzählen uns von den Ereignissen des 20. Jahrhunderts und sind gleichwohl erschreckend aktuell.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 flieht der 15-jährige hochmusikalische Georg Kreisler mit seinen Eltern vor dem Horror der Nazis aus Wien nach Hollywood, wo er erste Versuche unternimmt, als Musiker in der Filmbranche Geld zu verdienen. Als deutschsprechender GI wird nach Europa geschickt, um 1945 führende Naziverbrecher zu verhören. Zurück in den USA schlägt er sich ab 1946 mit Chansons durch die Nachtclubszene New Yorks und kehrt schließlich 1955 nach Europa zurück, wo er und seine „bösen Lieder“ langsam von einem deutschsprachigen Publikum entdeckt und als Geheimtipp gefeiert werden.
Kreislers Lieder sind humorvoll, zärtlich und verzweifelt, oft auch mal böse, hin und wieder absurd und manchmal anarchisch. „Kreislers Kalte Füße“ ist ein biografisch-musikalischer Trip durch Leben und Werk dieses großartigen Komponisten und genialen Wortakrobaten – mit außergewöhnlichen Arrangements und interessanter Instrumentierung – plus einer Prise Hannah Arendt.
„Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten“ lautet der Titel eines seiner Bücher. Veronika Nickl, Mickey Neher und Jörg Siebenhaar finden, dass Georg Kreisler uns gerade jetzt sehr viel bedeuten kann.
Eine Produktion aus dem Schauspielhaus Bochum von und mit Veronika Nickl, Mickey Neher und Jörg Siebenhaar
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