
Privates Figurentheater in der Familie hat eine lange Geschichte – von oft selbstgemachten Handpuppen über das bürgerliche Papiertheater im 19. Jahrhunderts bis hin zu „richtigen“ Marionettenbühnen. In der Münchner Familie von Johannes Greiner wurde von den 1920er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ambitioniertes Marionettentheater gespielt – mit allen Theater-Effekten, Live-Musik und verteilten Sprechrollen. Das Repertoire reichte von Märchen-Klassikern wie Hänsel und Gretel über Pocci-Stücke bis zum Faust. Eine Auflistung von Anfang der 1930er-Jahre zählt zehn „spielfertige“ Stücke auf. Das Publikum war zunächst die eigene Familie, aber auch Bekannte und Nachbarskinder schauten zu. Daneben gab es vereinzelt Vorstellungen an Schulen. Von dem Theater existieren nur noch einzelne Teile – hauptsächlich Kulissen und Textbücher – und ein paar wenige Fotos. Vor allem aber gibt es viele Geschichten rund um die Familienbühne aus der Zeit kurz vor dem Auftauchen moderner Medien in den Kinderzimmern. Johannes Greiner lädt ein zu einer historischen Spurensuche und einer spannenden Begegnung in der Theaterwohnung von Gerhard Weiß, der sich und sein Theater I-piccoi auch heute noch in der Tradition der Schwabinger Zimmertheater sieht: Wo Wohnen zur Bühne wird.
Ort: I-piccoli I Marktstraße 16 I 80802 München
Wegbeschreibung: Am besten erreicht man das Theater I-piccoli mit öffentlichen Verkehrsmitteln, z.B. U3 oder U6 in Richtung Münchner Freiheit. Am Hauseingang Marktstraße Nr. 16 bei Figurentheater Gerhard Weiß klingeln. Das Theater ist über 88 Stufen (ohne Aufzug) erreichbar.
Eintritt: 13 Euro / ermäßigt 10 Euro (Mitglieder der GFP) – Tickets ausschließlich über rausgegangen.de (keine Abendkasse). Getränke sind gegen eine kleine Spende erhältlich.
Einlass: Ab 19.30 Uhr